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Gute Hörbedingungen erleichtern die Arbeit

Menschen mit Schwerhörigkeit sind im Berufsleben vielen Hör-Barrieren ausgesetzt. Wie sich diese abbauen lassen, zeigt das Projekt hörkomm.de.

Kaum ein Gesundheitsthema ist in der Arbeitswelt so wenig präsent wie das der Schwerhörigkeit. Dabei hört jeder Vierte der 50- bis 59-Jährigen nicht mehr gut. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und steigender Lebensarbeitszeit werden immer mehr Menschen mit einer Hörminderung in den Betrieben tätig sein. Das kann erhebliche Auswirkungen haben.

Gut hörende Kollegen können kaum nachvollziehen, wenn schwerhörige Menschen bestimmte Frequenzen nicht hören oder ähnlich klingende Laute nicht mehr unterscheiden können. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Ab einer Minderung der Hörfähigkeit um 25 Dezibel geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer geringgradigen Schwerhörigkeit aus. Ab 30 Dezibel ist, je nach Art der Hörstörung, ein Hörgerät indiziert.

Oft reicht ein Hörgerät nicht aus. Denn der Arbeitsalltag ist geprägt von Situationen, in denen das Verstehen aus verschiedensten Gründen erschwert wird. Wie sich solche Barrieren für Menschen mit Hörstörungen abbauen lassen, zeigt das Projekt hörkomm.de. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und von dem Forschungsunternehmen DIAS GmbH durchgeführt. Gemeinsam mit Experten und Unternehmen haben die Projektmitarbeiter Hör-Barrieren analysiert und Lösungsansätze für eine hörfreundliche Arbeitsumgebung entwickelt. Festgehalten sind sie in einem Leitfaden, der auf der Internetseite www.hörkomm.de veröffentlicht und bis zum Projektabschluss Ende 2014 laufend ergänzt wird.

Auf dem Qualitätszirkel Arbeitsmedizin in der Fortbildungsakademie der Ärztekammer Hamburg referierte hörkomm.de-Mitarbeiterin Simone Lerche kürzlich über die mögliche Gestaltung guter Arbeitsbedingungen für schwerhörige Beschäftigte. Wichtig ist es, das Problem offensiv anzugehen, Aufmerksamkeit für das Thema Hörminderung zu schaffen, eine hörfreundliche Unternehmenskultur herauszubilden sowie für gute akustische Bedingungen und technische Anlagen zur Hörunterstützung zu sorgen.

Vielfältige Beispiele aus Unternehmen zeigen, wie das praktisch aussehen kann. Das Projekt hörkomm.de hat Best-Practice-Beispiele begleitet und dokumentiert. Sie sind Teil des Leitfadens, der Handlungsmöglichkeiten in Bereichen wie etwa der Unternehmenskultur oder der Raumakustik darstellt. Auf der Internetseite sind sie ausführlich erläutert und in Checklisten prägnant zusammengefasst.

Dass der Vortrag bei den Teilnehmenden des Qualitätszirkels auf positive Resonanz stieß, zeigte die anschließende Diskussion mit vielen Nachfragen, etwa zum Thema Hörgeräte und deren Finanzierung. Auch hierzu hat das Projekt Informationen auf seiner Internetseite veröffentlicht. Zudem sind unter der Rubrik „Wichtige Adressen“ unter anderem Ansprechpartner von Beratungsstellen der Selbsthilfe, Akustikexperten und Anbieter von Höranlagen aufgelistet.